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VIDEO: “Fußball aus einer anderen Welt”
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Hertha 03 Geschäftsstellenleiter und Ex Bundesliga Profi Zippo Zimmer feiert seinen 65.Geburtstag

„Wir kamen überhaupt nicht an den Ball. Das war Fußball wie aus einer anderen Welt“. Das Spiel gegen Bayern München in den Siebzigern wird er nie vergessen. Mit Tennis Borussia verlor er damals als Bundesligaspieler mit  9:0 im Münchener Olympiastadion. Die gegnerischen Spieler hießen Jupp Heynckes, Karl-Heinz Rummenigge, Uli Hoeneß, Gerd Müller oder Franz Beckenbauer. Heute ist “Zippo” Michael Stüwe-Zimmer 65 Jahre alt geworden und nicht mehr wegzudenken bei der kleinen Hertha. Von 1979 bis 1987 spielte er nach seiner Profi Karierre in Zehlendorf und wurde  Jugendleiter. Seit vielen Jahren führt er die Geschäftsstelle bei 03. Aktuell fungiert er auch als Team-Manager der 1. Herren. Das Geburtstagskind war im Herbst vergangenen Jahres zu Gast bei TDBir Sport Extratime und plauderte über seinen bewegende Zeit als Fußballprofi und Funktionär. Hier das Video:

Hier ein toller Artikel von Oliver Kellner über den Protagonisten auf der Hertha 03 Vereinshomepage:

Wer kennt sie nicht, die brasilianischen Fußballgrößen Pele, Zico und Ronaldinho. Selbst den Jüngsten, die sie nie selbst haben spielen sehen, sind die Namen ein Begriff. Doch nur die wenigsten kennen ihre bürgerlichen Namen, was wiederum für ihre herausragenden sportlichen Leistungen spricht. Aber auch im deutschsprachigen Raum gab es Fußballer, deren Pseudonym mindestens so bekannt ist wie der Name, der in ihrem Pass steht: Wie zum Beispiel der „Boss“, der uns 1954 mit seinem Treffer („Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen…“) zum Weltmeister machte und somit von nicht wenigen zum eigentlichen Gründer der Bundesrepublik ernannt wurde. Natürlich aber auch die „Ente“ (Lippens) oder „Zecke“ (Neuendorf) gehören zu dieser seltenen Spezies. Was für ein Glück, dass unserem Verein ein ebenso seltenes „Exemplar“ angehört: „Zippo“ Zimmer, der am heutigen Mittwoch 65 Jahre alt wird.

Man erlebt es immer wieder, dass man selbst unter Berliner Fußballinsidern auf ratlose Gesichter trifft, wenn es um „Zippos“ Vornamen geht. Die Entstehung seines zumindest berlin-weit bekannten Spitznamens ist ihm selbst nicht ganz klar. „Den einen Moment gab es nicht“, erinnert sich „Zippo“. Es kam von jemandem aus der Amateurabteilung als er ungefähr zwölf Jahre alt war. Aus „Zimmer“ wurde zunächst „Zimmi“, später „Zippo“. Michael Stüwe-Zimmer, das ist fast etwas für echte Insider.

Die fußballerischen Anfänge des Talents „Zippo“ Zimmer bekam der Chronist dieser Zeilen nicht persönlich mit. Er sah ihn erstmals im Spätsommer 1974 spielen, in seinem ersten Punktspiel im Männerbereich. An der Monumentenstraße siegte die „kleine“ Hertha, die als Topfavorit gehandelt wurde, mit 5:2 bei Kickers 1900. „Zippo“, „technisch versiert“, wie die FuWo feststellte, steuerte zwei Treffer bei und war sofort Stammspieler unter Trainer Hans-Günter Schimmöller.

Doch zuvor hatte er Titel gehamstert: Berliner Meister der B-Jugend 1971, Berliner Meister und Pokalsieger der B-Jugend 1972, Berliner Pokalsieger 1973 und zum Abschluss seiner Jugendlaufbahn 1974 nochmals Berliner Meister der A-Junioren. In der folgenden Deutschen Meisterschaft übersprang er mit seinem Team – immer an der Seite seines Spezies Christian „Sacke“ Sackewitz – die Hürde Hannover 96 mit 3:2, scheiterte aber in der nächsten Runde am späteren Deutschen Meister 1. FC Nürnberg. In den Verein eingetreten ist „Zippo“ mit acht Jahren, gleich in die D-Jugend, der er vier Jahre angehörte, weil es noch keine E- und F-Jugendmannschaften gab.

Die Zehlendorfer hatten zunächst nur kurze Freude an ihrem Ausnahmekönner, blieben doch seine Fähigkeiten anderen nicht verborgen. So wechselte er nach nur einem Jahr im Männerbereich zur Saison 1975/76 zum Bundesligaabsteiger Tennis-Borussia, der sich unter Trainer Helmut Johannsen anschickte, in die höchste deutsche Spielklasse zurückzukehren. Zunächst nur als Amateur-Vertragsspieler verpflichtet, gelang „Zippo“ in der Rückrunde der Sprung zum Stammspieler in der 2. Liga Nord. In seinem ersten Spiel, einem 0:0 vor 18.000 Zuschauern bei Preußen Münster, „enttäuschte er keineswegs“, wie es tags darauf im „Abend“ hieß. Johannsen war derart angetan vom 21-jährigen, dass er bis Saisonende in der Startaufstellung zu finden war und wenige Wochen später nach einem 4:1-Sieg über Lokalrivalen Wacker 04 in die Erste Bundesliga aufstieg – vor 25.000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion.

Für „Zippo“ ging ein Traum in Erfüllung: Bundesliga. Zwei Jahre zuvor noch Schotterplatz am Siebenendenweg (Platz 5) nun Münchener Olympiastadion, Gladbacher Bökelberg und Lokalderbys gegen Hertha BSC vor 75.000 Fans. Jupp Heynckes, Karl-Heinz Rummenigge, Uli Hoeneß, Gerd Müller oder Franz Beckenbauer. „Zippo“ sah sie nicht von der Tribüne, er stand mit ihnen gemeinsam auf dem Platz. Wobei sein Auftritt bei den Bayern nur von kurzer Dauer war. „Pech in der 22. Minute: Zimmer humpelte verletzt an die Seitenlinie und ließ sich wenig später auswechseln“, hieß es dazu in der Berliner Morgenpost. Eine Zerrung hatte ihn dazu gezwungen, da war noch alles offen: „Nur“ 1:0 führten die Münchener – später hieß es 9:0! Die Bayern und insbesondere Müller hatten nach „Zippos“ Auswechslung leichtes Spiel, Gerd traf fünfmal… „Wir kamen überhaupt nicht an den Ball. Das war Fußball wie aus einer anderen Welt“, gab er kürzlich einmal zu. Sein wohl bestes Spiel lieferte er gegen den Karlsruher SC. Weltenbummler Rudi Gutendorf hatte Johannsen nach dem Aufstieg als TeBe-Trainer abgelöst und zeigte sich nach dem 4:2-Erfolg den Fotografen – Arm in Arm mit seinem „Glücksgriff“ „Zippo“. Sein einziges Tor schoss e“Zippo“ gegen den MSV Duisburg – geholfen hat es nichts. Für Statistiker (wie den Chronisten): Es war das 1:4 in der 50. Minute – am Ende hieß es 1:5. Die Borussen stiegen ab, trotz begeisternder Spiele und Akteuren wie Benny Wendt, Ditmar Jakobs oder Volkmar Groß in ihren Reihen. Im Folgejahr enttäuschten die Veilchen in der 2. Liga Nord, so dass sich „Zippo“ dem erfolgsorientierten BFC Preußen anschloss – Amateur-Oberliga statt Bundesliga. „Ich habe damals gar nicht richtig realisiert, dass ich schon in der Bundesliga war. Ich bin dann einfach so wieder in den Amateurbereich gewechselt“, wurmt es ihn noch heute, dass er die Profi-Flinte zu schnell ins Korn geworfen hatte. „Wenn ich heute nochmal an dieser Stelle wäre, ich würde um die Bundesliga kämpfen“, blickt er ein wenig mit Wehmut zurück. „Vielleicht hätte mir damals ein Berater helfen können.“ Doch „Zippo“ besaß keinen und wechselte zum BFC Preußen, deren ärgster Konkurrent ausgerechnet Hertha Zehlendorf war. Die junge Zehlendorfer Mannschaft um Michael Steinert, Immi Bieder und Ralf Lehmann begeisterte mit Offensivfußball und lag im Mai 1979 einen Spieltag vor Schluss Kopf an Kopf mit „Zippos“ Preußen, als beide Teams im Ernst-Reuter-Stadion aufeinander trafen. Die Zehlendorfer behielten mit 2:1 die Oberhand und wurden anschließend Berliner Meister. „Zippo“ aber blieb den Preußen noch zwei Jahre treu ehe er zur Saison 1982/83 an den Siebenendenweg zurückkehrte und mit Dauerläufern wie Peter Stark oder Kim Konrad sowie „Mampe“ Hornig das vielleicht stärkste Berliner Mittelfeld dieses Jahres bildete. Beeindruckend der Auftritt in der 1. DFB-Pokal-Hauptrunde gegen den Berliner Bundesligisten Hertha BSC. 2:2 stand es nach 90 Minuten, „Zippo“ hatte zum zwischenzeitlichen 1:1 ausgeglichen, als die Zehlendorfer den Erstligisten vorführten – und in einen Konter liefen. Am Ende hieß es 2:4, doch das Lob heimsten „Zippo“ & Co. ein. Bis zur Saison 1986/87, seinem Karriereende, blieb er seiner „kleinen“ Hertha treu und übernahm später zahlreiche Funktionen: Jugendleiter, Geschäftsstellenleiter und seit kurzem auch Team-Manager der 1. Herren.

Wer sich mal eine Stunde in der Geschäftsstelle der Zehlendorfer aufhält kann den Eindruck gewinnen: Alle kennen „Zippo“ und – unglaublicher noch: „Zippo“ scheint jeden zu kennen: jedes Gesicht, jeden Namen. Auch wenn wir hier eher die sportliche Laufbahn näher beleuchtet haben, wichtiger noch war „Zippo“ in seinen Funktionen nach der aktiven „Karriere“. Präsident Kamyar Niroumand sagt in solchen Fällen immer: „Zippo“ „ist“ Hertha Zehlendorf. Wie wahr!

Herzlichen Glückwunsch, „Zippo“! Wie war doch gleich der richtige Name?

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